Geheimnisse - ein Kriminalroman von Peter Baumgartner


Philippe machte es sich in seinem Lieblingsstuhl im Wohnzimmer bequem und genehmigte sich ein kleines Bier. Danach öffnete er sein Smartphone, um die News zu checken. Was er dort zu lesen bekam, liess ihm schlichtweg die Haare zu Berge stehen und er wünschte sich, dass er das Handy nicht geöffnet hätte.

 

Da hatte doch tatsächlich ein Staatsdiener der höchsten Gehaltsklasse im Kanton Bern eine Banane im Wert von 20 Rappen und ein Bio-Mehrkornbrötchen im Wert von 95 Rappen seiner Spesenabrechnung angelastet und dies – nota bene – bei einem Jahreseinkommen von über 280‘000 Schweizer Franken. Philippe verstand die Welt nicht mehr. Gut, er musste in jüngerer Zeit auch anderes runterschlucken und versuchen es zu verdauen, aber das sprengte doch alles, was er bisher gehört hatte. Der Betreffende entschuldigte sich zwar für sein Verhalten, aber so richtig glauben konnte Philippe ihm nicht. Wurde doch zu Tage gefördert, dass er auch andere Kleinstbeträge, zum Beispiel ein Plastiksäckchen der Migros für 10 Rappen, über den Repräsentationskredit abrechnen liess. Nun kann man sich natürlich fragen, wie es mit dem Controlling aussieht. Aber wer hält sich schon dafür, den obersten Chef ins Recht zu fassen und ihn auf sein Fehlverhalten anzusprechen? Wohl niemand! – Zum Glück gab es da noch die «Vierte Gewalt» im Staat, und wenn diese sorgfältig arbeitet, so ist gegen investigativen Journalismus nichts einzuwenden. Dem «Kassensturz» von SRF, dem Schweizer Radio und Fernsehen, sei auf jeden Fall gedankt.   

 

Deborah setzte sich zu Philippe ins Wohnzimmer, und dieser konnte das soeben Gelesene natürlich nicht für sich behalten. Deborah schüttelte nur den Kopf und wollte das Ganze nicht weiter kommentieren. Viel lieber wollte sie noch eine Doku auf Arte.tv anschauen, welche sie schon lange interessierte. Der Titel der vierteiligen Doku lautete: «Die Natur hinter den Mythen» und ist mit je einer Folge den vier Elementen Feuer, Erde, Wasser und Luft gewidmet. Die Themen interessierten sie auch deshalb, weil die vier Elemente Gegenstand ihres Qigong Kurses sind, den sie nun schon seit gut zwei Jahren besucht. Philippe liess sie gewähren und er zog sich in sein Arbeitszimmer zurück. Dort stiess er im Internet auf ein Interview mit dem amtierenden Bundesanwalt, welches den Titel trägt: Bundesanwalt Blättler zu den Bedrohungen durch Russland: «Ihr könnt uns nicht einfach auf der Nase herumtanzen». Das Interview wurde in der NZZ vom 19.6.2024 veröffentlicht und widmet sich nebst anderen Themen der hybriden Kriegsführung durch Russland.

 

Was Philippe dort zu lesen bekam, deckte sich zum grossen Teil mit seinen eigenen Feststellungen. Was er hingegen nicht zu lesen bekam, war die Rolle Amerikas und derer Exponenten wie etwa Donald Trump oder Elon Musk. Letzterer war für Philippe brandgefährlich und wird seiner Meinung nach immer gefährlicher, da er Leute nicht nur manipuliert, sondern sie gezielt auch instrumentalisiert. Und dies im wahrsten Sinn des Wortes: Musk strebt nach Ansicht von Philippe die Weltherrschaft an und steht kurz davor, diese auch an sich reissen zu können. In seinen Augen sind Menschen nur Marionetten, und er selber versteht sich als Strippenzieher und Jongleur. All seine Firmen – seien dies X (früher: Twitter), SpaceX oder seit neustem xAI – dienen nur einem Zweck, seinen Geltungsdrang zu stillen und seinen Machtanspruch zu untermauern; Kollateralschäden werden dabei in Kauf genommen.

 

Philippe hatte das Bedürfnis, seine Befürchtungen mit einem profunden Kenner des Weltgeschehens zu besprechen, und es kam ihm hierfür einmal mehr nur Fred in den Sinn. Er wählte seine Handynummer und sie kamen darin überein, sich in ihrer Stammkneipe, dem ‘Lorenzini’ in Bern, für ein Bierchen zu treffen. Abgemacht war der nächste Freitagabend ab 1700 Uhr.  

 

Pünktlich um 1700 Uhr betrat Philippe das ‘Lorenzini’. Das Restaurant war bereits gut besetzt, und trotzdem fand Philippe noch einen Platz, wo er sich mehr oder weniger ungestört mit Fred unterhalten konnte. Fünf Minuten später traf Fred ein.

 

Einmal mehr leicht gestresst, aber aufgestellt, nahm er am kleinen Tisch von Philippe Platz. Sie freuten sich gegenseitig, sich wieder zu sehen und sie fingen sogleich an zu plaudern. Beide unterhielten sich in der Folge über die Befürchtungen von Philippe, und auch Fred konnte diese nur bestätigen. Auch er habe ein sehr ungutes Gefühl den Musk betreffend. Fred ging sogar noch einen Schritt weiter und er bezeichnete Elon Musk als «Luzifer» und zwar im wahrsten Sinn des Wortes: nämlich als «Gegenspieler» Gottes.

 

Das Buch umfasst in der jetzigen Form 332 Seiten und ist unveröffentlicht. Interessenten für eine Veröffentlichung sind freundlich eingeladen, mich zu kontaktieren; am einfachsten unter peter.baumgartn@bluewin.ch


Money For Nothing / Dire Straits

Exposé
Share by: